Hoch zu Ross

 

125 Jahre Schuhgeschichte

125 Jahre Schuhgeschichte Hauenstein

Hoch zu Ross auf alten Schuhfabrikarbeiterwegen

„Auf Schusters Rappen“ kamen sie generationenlang zu Tausenden in die aufblühende Schuhindustrie Hauenstein, die heuer in zahlreichen kleinen und großen Veranstaltungen ihrer 125 jährigen Geschichte gedenkt. Gemeint sind die fleißigen Pioniere, die jahrzehntelang nach mehreren Stunden Fußmarsch zu nachtdunkler Zeit in ihren Dörfern aufbrachen, um die immer mehr werdenden Fabriken in Deutschlands größtem Schuhdorf zu erreichen: Um fünf Uhr beispielsweise in Erfweiler los, 10 Stunden harte Arbeit (auch samstags) und abends wieder zurück, um im Sommer bis zur Dunkelheit noch auf dem Feld zu arbeiten. Erst später kam langsam das Fahrrad oder der Bus hinzu, jahrzehntelang waren es vorher „Schusters Rappen“, also die sprichwörtliche Armut der Landbevölkerung, die die Urgroßelterngeneration mangels anderer Fortbewegungsmittel zu Fuß zu den Fabriken brachten, und das bei Wind und Wetter, sommers wie winters.

Ganz anders 125 Jahre später: Der „Shoemaker Trail“ war dieser Tage dagegen reines Vergnügen, hoch zu Ross, aber auf historischen Pfaden. Es war schon ein ganz besonderes Bild, als die rund 10 Reiterinnen und Reiter nach einem rund fünfstündigen Jubiläumsritt auf ehemaligen Hauensteiner Fabrikarbeiterwegen am Deutschen Schuhmuseum ankamen, Ziel eines 24 Kilometer langen Ritts, der Ross und Reiter über die traditionellen Schuhfabrikarbeiterdörfer, Schindhard, Erfweiler oder Schwanheim in den Jubiläumsort Hauenstein brachten.

Heidi Engel, Chefin des Hauensteiner „Ochsen“ und zusammen mit ihrem Mann Thomas Veranstalterin des „Shoemakers Trails 2011“, sprach voller Respekt von den fleißigen Schuhfabrikarbeitern, die die Wege über Winter- und Sorgenberg täglich erklimmen mussten: „Hoch zu Ross diese alten Wege zu genießen, bedeutet auch die Lebensleistung unserer Vorfahren als beispielhafte Vorbilder ins Gedächtnis zurückzuholen“. meinte die Gastronomin, die mit ihren Töchtern Franziska und Vanessa den Erinnerungsritt absolvierte. Franziska: „Das können wir jungen Leute fast überhaupt nicht glauben, dass man früher zu Fuß diese großen Strecken zweimal am Tag laufen musste, um in die Fabriken zu kommen“.

Mehrere Tage dauerte dieser Jubiläumsritt in die 125 jährige Schuhgeschichte und dem Hotelierehepaar Engel ist es zu verdanken, dass man auch auf dem Rücken der Pferde die Vergangenheit erkunden kann. Und als Ross und Reiter am Museum ankamen, kam so manchem, der das Schauspiel erlebte auch in den Sinn, dass früher in diesen Dörfern rund um Hauenstein – das gleiche gilt auch für Pirmasens – Pferde große Mangelware waren. Nur die reichsten Bauern konnten sich ein oder zwei Pferde halten, der Schuhfabrikarbeiter war froh, wenn im kleinen Stall eine Kuh oder eine Ziege stand: Also nichts mit dem täglichen Fabrikritt anno 1900.

Umso erfreulicher ist die Leidenschaft, mit der die Familie Engel – seit 1893 ist das reputierte Gasthaus in Familienbesitz – im Jahre 1995 in Zusammenarbeit mit der Gemeinde ein kleines Pferdezentrum in Hauenstein errichtet hat und dies just genau dort, wo in den siebziger Jahren der legendäre Schuhfabrikant Julius Bock („de Bocke Jule“) eine riesige Ranch mit Hunderten Rindern und Kühen errichtet hat („Jubo Ranch), um neben dem Standbein Schuhe auch mit der Landwirtschaft beim Leisten zu bleiben. Die Ranch gibt es längst nicht mehr, heute ist der gemeindliche Bauhof dort untergebracht. Aber mit dem Namen Julius Bock ist wieder ein überaus sympathischer Name der erfolgreichen Schuhfabrikanten mit diesem Ort verbunden, an deren südlichem Rand zwar keine Kühe mehr weiden, aber dank der Familie Engel ein Pferdezentrum mit „Pferdehotel“ entstanden ist: Ohne diese Einrichtung hätte es den Jubiläumsritt „Shoemaker Trail 2011“ im Jubiläumsjahr nicht gegeben. Wie sich die Zeiten doch ändern, aber sich im Wandel der Zeiten in anderen Formen immer wieder begegnen und wiederholen…

Foto: Zielort Deutsches Schuhmuseum Hauenstein: Hoch zu Ross führte der Jubiläumsritt „Shoemaker trail 2011“ auf den ehemaligen Schuhfabrikarbeiterwegen ins größte Schuhdorf Deutschlands

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