Holzschuhe

 

Das Holzschuhmachen und die Sabotage

Sabotage beim Hauensteiner Schuhmuseum?  Natürlich nein - oder doch?

Bei Aktionstagen des Deutschen Schuhmuseums Hauenstein kommt es in der Tat immer wieder zu einer "friedlichen Sabotage". Gemeint ist  im eigentlichen Sinne der Wortbedeutung das Wiederaufleben einer alten Holzschuhmacherkunst. Das wenig einschmeichelnde Wort "Sabotage"  kommt nämlich vom französischen "sabot" (Holzschuh des kleinen Bauern) und nach der Überlieferung setzten die in Revolutionszeiten von den "Seigneurs" gebeutelten Bauern ihre Holzschuhe - sie heißen auch heute noch sabots - als Protestwerkzeug ein, um mit ihrem ärmlichen Schuhwerk wegen zu hoher Steuern  und Abgaben die Ernte der Mächtigen zu zertrampeln. Wer denkt heute noch an diesen "revolutionären" Ursprung, wenn er den in der Tat Furcht und Schrecken einflißenden Begriff "Sabotage" hört?.

Im ganz friedlich-historischen Sinne erleben  Besucher des Hauensteiner Deutschen Schuhmuseums an Aktionstagen die Wieder -  Aufführung der Holschuhherstellung im Schuhdorf. Und dieses Ereignis hat in der Tat auch mit Frankreich und dem Deutschen Schuhmuseum zu tun. Bürgermeister a.D. Schächter lernte nämlich im Jahre 1996 zwei junge französische Holzschuhmacher "Les Sabotiers Bressans" kennen, die das alte Handwerk ihrer Vorfahren im gebirgigen Teil der "Bresse" (Jura) zu ihrem eigentlichen Beruf machten. Er fuggerte den beiden sympathischen jungen Leuten für ein Paar "Sous" zwei in viele Einzelteile zerlegte uralte Holschuhmaschinen ab und schepperte sie  im Anhänger in die Pfalz, in der Hoffnung, dass sich jemand finde, der das Ganze zusammenbaut. Jahrelang lagen die Teile im großen Maschinenfundus des Museums, bis einige Wochen vor dem Schuhmachermarkt  Herbert Johann, ein altgedienter Schuhtechniker und Schuhkenner sich anbot: "Ich bau´das Ding zusammen". In der Tat  hatte Herbert Johann das geschickte Händchen und mit Beratung und Hilfe von Wolfgang Glaser, dem begnadeten Maschinenbauer hatte Johann nach einigen Tagen beide Maschinen wieder am Laufen.

Herbert Johann ist heute der einzige, der seine "Maschine" meisterlich bedienen kann und zeigt immer wieder, wie die maschinelle Fertigung von Holzschuhen vor mehr als hundert Jahren aussah, denn so alt sind die beiden schwarzen Ungetüme aus Frankreich. Herbert Johann ging der "serienmäßigen" Herstellung von Holzschuhen nach und stellte fest, dass ab etwa 1860 Holzschuhe auch über Maschinen gefertigt wurden. Ein Professor Beylich aus Kaiserslautern habe in dieser Zeit eine "Drehbank zum Kopieren" von Holzschuhen entwickelt, die in Amerika für den Einsatz in Fabriken optimiert wurde.

Früher gab es in der Pfalz fast in jedem Dorf handwerkliche Holzschuhmacher Museumsleiter Schächter fand in einem alten Zeitungsausschnitt  Ende der fünfziger Jahre, dass der 75 jährige Edmund Müller aus Hatzenbühl der letzte
Pfälzische Holzschuhmacher war, der täglich rund fünf Paar "Schuhe des kleinen Mannes" fertigte. Dem Bericht ist auch zu entnehmen, dass es um 1910 noch rund 123 Holzschuhhandwerker zwischen Rhein und Saar gab. Die älteren Pfälzer erinnern sich noch, dass die Holzschuhe für viele Familien die einzige Schuhbekleidung war, die Kinder selbst "schepperten" viele Generationen lang in die Schule. Aber auch hierzu eine schulhistorische Fundstelle: Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat erst 1955 den Schulkindern per schulaufsichtlichem Erlass untersagt, die öffentlichen Schulen mit Holzschuhen zu betreten.....

Von den Hauensteiner sagt man ja, sie hätten mehr als 100 Jahre Leder in den Adern gehabt, mit Holzschuhfertigung hätten die "Häschdner" jedoch kaum etwas am Hut. Und dennoch "kennt jeder von uns etwas Älteren den Holschuh-Hannes", weiß Willi  Schächter aus seiner Jugend zu berichten. Nach dem Krieg hat  Johannes Kirsch in der Kaiserstra§e in großen Stückzahlen Pantoletten gemacht, die sowohl Holzschuhe als auch Lederschuhe waren: Der Unterbau war aus dicken Holzsohlen, darüber kam eine Lederkonstruktion in Riemen oder ganzen Teilen.

 

Foto: Herbert Johann beherrscht noch die faszinierende Kunst des Holzschuhmachens

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