Lebendiges Museum Gürtel aus LederrestenEhrenamtler Horst Geiger(74) schöpft aus seiner 50 jährigen Schuhvergangenheit
Auch wenn einmal gerade keine Führung mit laufenden Maschinen
stattfindet, können die Besucher im Deutschen Schuhmuseum Hauenstein
täglich ehrenamtliche Helfer in voller Aktion sehen. Das Interesse der
Besucher wird dann spontan von den eindrucksvollen Maschinen angezogen,
und es dauert dabei nicht lange, bis man ins interessierte Fachsimpeln
kommt. „Das hier ist eine Oberlederstanze aus dem Jahre 1955, und die
läuft noch wie vor fünfzig Jahren“ erklärt Horst Geiger (74) den
interessierten Museumsgästen. Die Geschicklichkeit des ehrenamtlichen
Museumsmitarbeiters zeigt, dass Horst Geiger zeitlebens auf das engste
mit dem Schuhindustrie in Verbindung stand, mit erstaunenswerter
Behändigkeit bedient er den Schwenkarm und stanzt kleine Lederteile aus
den Formen, die er zuhause - ehrenamtlich versteht sich - mit seiner
Frau Marlene zu modischen Damengürteln zusammen flechtet. „Das ist ein
schöner Zeitvertreib, den man auch beim Fernsehen kurzweilig
durchführen kann“, meint Geiger der immer wieder neue Museums-Artikel
kreiert.
Bisweilen greifen auch die Enkel zu den Lederstückchen und erlernen
auf diese Weise spielerisch so manche Fertigkeit im Umgang mit Leder.
Der modische Gürtel ist in diesem Jahr zum „dernier cri“ in der immer
größer werdenden Palette selbst gefertigter Souvenirs im Museumsshop
geworden, „die kleinen und großen Museumsbesucher schätzen vor allem die
Authentizität der bunten und aus kleinen Lederresten gemachten
Accessoires wie Gürtel oder Armbändchen. Für die kleinen Besucher haben
Horst Geiger und die Damen am Empfang natürlich auch immer ein schönes
kleines Armbändchen, natürlich kostenlos versteht sich. “Die Mädchen
sind ganz glücklich über das kleine Geschenk und vielen bringe ich in
kurzer Zeit bei, wie man das selber machen kann“, freut sich der
Pensionär, der fast fünfzig Jahren in leitenden Positionen „ beim Jubo“
und bei Kennel und Schmenger (Pirmasens) mit der Schuhherstellung aufs
engste verwachsen war (W.Sch).
Foto: Lebendiges Museum: Horst Geiger stanzt Lederreste aus einer Lederstanze (1955) mit Schwenkarm von Schön (Pirmasens).
INFO: Die Handarbeiten mit Lederresten (Gürtel, Armbänder usw) sind in großer modischer Auswahl im Museums - Shop im Angebot. | Öffnungszeiten Das Deutsche Schuhmuseum Hauenstein ist täglich geöffnet (auch sonn- und feiertags) von 10 bis 17 Uhr
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