Hans Trapp im Deutschen Schuhmuseum

Seit dieser Woche steht die imposante Ritterrüstung des legendären Hans Trapp in der Mittelalterabteilung des Deutschen Schuhmuseums Hauenstein. Eigentlich ist es „nur“ eine ungefähre Nachbildung der Rüstung des berühmten „Raubritters“, die bis jetzt in der Waffenkammer der Burg Berwartstein den Blick in das Ritterleben des 15. Jahrhunderts für alle interessierten Besucher ermöglichte. In einer Pressekonferenz am Mittwoch haben jetzt die Burgverwaltung des Berwartsteins und die Leitung des Deutschen Schuhmuseums eine partnerschaftliche Kooperation vereinbart, für die auch die Rüstung des Hans von Trotha (Hans Trapp) ein äußeres verbindendes Zeichen mit hohem Aufmerksamkeitswert darstellt. Seinen Standort hat die knapp zwei Meter hohe Rüstung natürlich dort, wo auch Mittelalter im Museum stattfindet, nämlich in der Nachbarschaft der rund 100 mittelalterlichen Schuhsammlungs- Exponate in der dritten Museumsebene.

Arno Reither (49), der Geschäftsführer der Burg Berwartstein, stellte bei der Vorstellung der neuen Marketingvernetzung der Wasgauburg und des Deutschen Schuhmuseums besonders heraus, dass beide Einrichtungen Leuchttürme der geschichtlichen und sozialgeschichtlichen Vergangenheit in nächster Nachbarschaft seien. „Wir haben in den letzten Jahren immer wieder feststellen können, dass Berwartstein-Besucher auch das Schuhmuseum in Hauenstein aufsuchen, eine Erkenntnis, die wir jetzt auch in eine strukturierte freundschaftliche Konzeption einfließen soll. Damit stieß Reither beim Stiftungsvorstandsvorsitzenden Willy Schächter offene Türen auf, der mit seinem Museumsteam immer wieder feststellen kann, dass es eine direkte Besuchervernetzung Schuhmuseum-Schuhmeile-Burg Berwartstein gibt. „Viele Besucher, die unser Museum besuchen, haben als alternatives weiteres Besichtigungsprogramm bei ihren Tagesausflügen neben der Schuhmetropole Hauenstein auch die Region in ihrem Programm, bei dem neben Dynamikum und Biosphärenhaus auch immer wieder der Berwartstein, der Wild- und Wanderpark und das Kakteenland in der Südpfalz gefragt werden“, meint auch Petra Rapp vom Hauensteiner Museumsteam. Mit all diesen Einrichtungen will man die gegenseitige Vernetzung noch mehr intensivieren, „weil wir uns nicht als Konkurrenten verstehen, sondern als eine Angebotsgemeinschaft, die als eine Wertschöpfungsgemeinschaft ohne Kirchturmdenken profitiert“, meinte Stiftungsvorstandsvorsitzender Schächter. Frank Becker (Saarbrüken), der engagierte und profunde Kenner der mittelalterlichen Lebensgewohnheiten, der auch die Hauensteiner mittelalterliche Schuhabteilung begründet hat und sie immer weiter ausbaut, sieht in der neuen Kooperation mit der Burg Berwartstein zahlreiche neue Initiativen, sowohl für das Museum als auch für die wunderschöne Besucherburg im Wasgau: „Es ergeben sich auch aus meiner Sicht tolle Ansätze, besondere Aktionstage sowohl im Museum als auch auf Berwartstein durchzuführen, das ist eine Bereicherung für die ganze Region“, meinte der Kenner der mittelalterlichen Schuh- und Lebenswirklichkeit, der mit seiner Gruppe der „Zunft der ehrbaren Handwerker“ deutschlandweit höchstes Ansehen genießt. Bei der Installierung des „eisernen Hans Trapp“ im Museum einigte man sich schon einmal auf einen solchen gemeinsamen und sicherlich auch für ganze Familien attraktiven Mitmachtag auf den Sonntag, dem 7. Juni 2015, an dem sowohl das Museum als auch die Burg Berwartstein als Guckloch in die Schuh- und Sozialgeschichte des 15 Jahrhunderts fungieren werden: „Es wird ein Begegnungstag mit vielen kreativen Mitmachthemen werden“, sagte Frank Becker. Ein ähnliches Spektakulum ist auch einige Wochen später auf der historischen Burg Berwartstein vorgesehen.

Zur Sache: Die bemerkenswerte Ritterrüstung, ein Nachbau des Originals von Hans Trapp, ist natürlich neben den Schnabelschuhen und Landsknechtstiefeln ein echter Museumshingucker und eine äußerst wertvolle Leihgabe. Sie zeigt auch auf, dass der sagenhafte Ritter für die damalige Zeit ein verhältnismäßig sehr stattlicher und großer Mann gewesen sein muss. Die Hans von Trotha-Forschung geht davon aus, dass Hans Trapp „ mit etwa zwei Meter Körpergröße auch für heutige Verhältnisse von imponierender Gestalt gewesen sein muss“. Geschichtlich wissen wir, dass Ritter Hans von Trotha um 1450 im heutigen Sachsen-Anhalt geboren wurde und am 26. Oktober 1503 auf Burg Berwartstein gestorben ist. Hans Trapp war Marschall der Kurfürsten von der Pfalz und trug den französischen Ehrentitel eines „Chevalier d’or“ (Goldener Ritter). 1480 wurde er vom Kurfürsten mit den beiden Burgen Berwartstein und Grafendahn belehnt. Dort, aber nicht nur in unserer südpfälzischen Heimat, ist er als Hans Trapp oder Hans Trott bekannt. Unter anderem wurde er durch die Fehde mit dem Kloster Weißenburg berüchtigt und gilt im Volksmund im Elsässer Unterland heute noch als Kinderschreck. In vielen Darstellungen gilt er als „Raubritter“, kam in die Reichsacht und den Kirchenbann, wurde mit vielen Sanktionen von Kaiser und Kirche belegt. Nachdem er im Jahre 1503 eines natürlichen Todes gestorben war, wurden zwei Jahre später alle Sanktionen posthum aufgehoben Der Ritter wurde in der Sankt-Anna-Kapelle bei Niederschlettenbach beigesetzt. Die Familie von Trotha ließ 1967 in der Kapelle eine Erinnerungstafel anbringen.


Foto: Geschäftsführer Arno Reiher vom Berwartstein (links) übergibt dem Hauensteiner Museum die Nachbildung der historischen Ritterrüstung von Hans Trapp in der Mittelalterabteilung des Deutschen Schuhmuseums als wertvolle Leihgabe



Foto: W.Sch,

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