Josef Seibel feiert 130-jähriges Bestehen

In der „coolsten Location Hauensteins“, so Firmen-Chef Carl-August Seibel, im mit viel Sinn für Details und mit vielen Ideen dekorierten alten Fabrikationssaal in der Weißenburger Straße aus dem Jahr 1907, feierte das weltweit tätige Schuhunternehmen Josef Seibel am Freitag mit Hauensteiner und Trierer Belegschaft, mit Ehemaligen und mit internationalen Gästen sein 130-jähriges Bestehen.  

 

Betont leger, ohne große Reden ging’s zu bei dem unbeschwerten Betriebsfest, in dessen Mittelpunkt neben der Ehrung langjähriger Mitarbeiter, feiner Musik von RockXn‘, leckerem Buffet und vielen Gesprächen ein mit Bildern unterlegter Rückblick stand, mit dem Carl-August Seibel, der Urenkel des Gründers, die gleichermaßen bewegte wie erfolgreiche Firmengeschichte Revue passieren ließ.

Die Anfänge:  1886 hatten es die Brüder Carl August und Anton Seibel, die zuvor als reisende Bilderhändler ein karges Auskommen gefunden hatten, gewagt, dem Pirmasenser Beispiel zu folgen und in ihrem Heimatort mit der Schuhmacherei zu beginnen. Am 1. April 1886 installierten sie in einem Stall eine Sohlenstanz, eine „Schuhmanufaktur“ war entstanden. Sie markiert den Beginn des Unternehmens Josef Seibel und der Schuhindustrie in Hauenstein.

Die Macher: Nach der Trennung von seinem Partner Anton Seibel, der sich in der Hauptstraße selbstständig gemacht hatte, führte Carl August Seibel die ständig wachsende Firma bis ins Jahr 1911. Dann übernahm sein Sohn Josef die Fabrik, führte sie durch den 1. und 2. Weltkrieg, durch Zwangswirtschaft und „durch Höhen und Tiefen“, wie Carl-August Seibel ausführte. Und er zitierte den letzten noch lebenden Sohn Josef Seibels: „De Vadder hat sich gewehrt. Er hat kää Schuh fer die Nazis gemacht.“  

1950 übernahm Josef Seibel jun. nach Kriegsdienst und Gefangenschaft den Betrieb, um ihn in die „Blütezeit der Schuhindustrie“ der 50er und 60er zu führen: Sandalen für den Sommer, Stiefel für den Winter wurden hergestellt. „Das ging gut, bis in Europa die Zölle fielen und billige Ware aus Italien das Geschäft verdarb“, beschrieb Carl-August Seibel die sich abzeichnende Baisse der Schuhindustrie. Sein im vergangenen Jahr verstorbener Vater wusste gegenzusteuern: Er nutzte den gemeinsamen Markt Europas und besorgte das Material aus Italien. In der Wasgaugemeinde machten die Betriebe reihenweise zu, Seibel meisterte die Krise.

1983 stieg Carl-August Seibel in den Betrieb ein: „Wenn man so heißt, ist der Weg vorgezeichnet“, sagte er am Freitagabend. 1993 übernahm er die Leitung und steuerte einen Kurs der Expansion: Betriebsstätten im Ausland wurden eröffnet, Marken wurden zugekauft, das Unternehmen wuchs und wurde zunehmend internationaler, das Exportgeschäft und entsprechende Vertriebswege wurden ausgebaut.

Die Produktionsstätten: Was vor 130 Jahren in einem Stall begann, florierte so gut, dass Gründervater Carl-August Seibel schon 1895 ein repräsentatives Gebäude in der Weißenburger Straße als Wohn- und Fabriksitz errichten konnte. 1907 wurde im gleichen heimischen Sandstein ein Fabrikgebäude angebaut und in den folgenden Jahrzehnten erweitert. 1997 übernahm „de CA“ die sogenannte Vorausfabrik im Industriegebiet Alte B10, wo die Verwaltung untergebracht wurde. Lager- und Versandgebäude wurden angegliedert.

1990 wurde die erste Produktionsstätte in Czenger in Ungarn, 1999/00 eine Fabrik in Rumänien  errichtet. 2001 übernahm man das Gebäude und Marke „Der Kleine Muck“ in der Pirmasesenser Straße, wo 2003 die „Gläserne Schuhfabrik“ eingerichtet wurde. Weitere Stationen der Expansion: Seit 2005 zählt das Trierer Unternehmen Romika zur Seibel-Gruppe, für das in einem Konversionsgebäude eine ansprechende neue Heimat gefunden wurde. Mit dem Bau einer hochmodernen Romika-Fabrik im ungarischen Csenger schulterte die Seibel-Gruppe im Jahr 2010/11 die größte Investition in ihrer Geschichte.

Derzeit produziert das Unternehmen in sechs europäischen und einigen asiatischen Standorten pro Jahr bis zu sechs Millionen Paar Schuhe unter anderem der Marken Josef Seibel, Romika, Westland und Gerry Weber, die in rund 40 Länder exportiert werden und für deren Vertrieb man als „wichtiges Element und starkes Standbein“ den Webshop intensivieren will. Und so präsentierte der Firmenchef vor seinen Gästen ein „weltweit erfolgreiches Unternehmen“, das in einem Imagefilm von sich sagen kann: „Die Kunst ist es eben, immer die richtigen Schuhe zu erfinden.“ Das scheint der Seibel-Gruppe zu gelingen.


Die Ehrungen: Der Chef weiß, wem die Erfolg auch zu verdanken sind: „Jeder einzelne Mitarbeiter hat durch gute Arbeit, durch Loyalität und Fleiß zu unserem Erfolg beigetragen“, stellte Carl-August Seibel fest. Und so gab’s denn für besonders treue Mitarbeiter Urkunde, Blumen und Präsente vom Chef und viel Beifall von den Gästen: Michaela Winnwa (47 Jahre im Betrieb), Hans Wietstock (43), Irmgard Schöffel (35), Manuela Zander (33), Sabine Müller (32), Ingrid Schumacher (31), Martina Paulinic (30), Karola Walk, Claudia Stöbener, Robert Schütz (je 29), Sieglinde Käfer (28), Margit Schmitt (27) und Petra Götz (26).

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