Museumsdorf Hauenstein

Bald in Deutschlands größtem Schuhdorf: Schuhmaschinen im Wandel der Zeiten
 
Das größte Schuhdorf Deutschlands versteht es immer besser, seine ruhmreiche Schuhvergangenheit der letzten  130 Jahre auch für die Zukunft aufzubereiten: Als neuestes Kind wird in den nächsten Monaten  neben dem Flaggschiff Deutsches Schuhmuseum, der Gläsernen Schuhfabrik, der wirtschaftsfördernden Schuhmeile  auch eine weitere museale Einrichtung hinzukommen: In den uralten Räumen der ältesten Hauensteiner Schuhfabrik C.A. Seibel (Josef Seibel) in der Weißenburger Straße  richten die Verantwortlichen  das wahrscheinlich umfangreichste Schuhmaschinenmuseum der Republik ein. Möglich geworden ist die neue Einrichtung  durch die Großzügigkeit  des Hauensteiner Unternehmers Carl August Seibel, der dem Ansinnen der Museumsleitung  spontan entsprach, in den Räumen der alten Produktionsstätte der Firmengruppe Seibel in der Weißenburger Straße  das Projekt möglich zu machen. 

Bisher waren  die nach Hunderten zählenden Maschinen- die meisten sind echte  Raritäten aus der ganzen Breite der Schuhindustrie-  in zahlreichen anderen Lagerstätten, darunter in den Kellerräumen der Fabrik Hengen,  untergebracht. Durch den Verkauf der gemeindeeigenen alten Fabrik Hengen (1908 bis 1969) an die Pirmasenser Immobilienfirma Kling im Frühjahr 2014 – DIE RHEINFALZ  berichtete- musste die Museumsleitung sich um neue Räumlichkeiten umschauen. Bereits im ersten gespräch mit Carl-August seibel, war der weltweit agierende Schufabrikant, der bekanntlich  als Urenkel der Gründerbrüder Carl-Augist und Anton Seibel in der vierten Generation die Hauensteiner Tradition erfolgreich weiterführt. Von dem Gedanken eines eigenen Museums sehr angetan. „Eine solche Einrichtung kann unserem hauensteiner Schuhimage nur gut tun“, ging  Carl-August Seibel auf das Ansinnen der Museumsleitung spontan ein und stellte  die Erdgeschossräumlichkeiten in der alten, aber bestens erhaltenen ehemaligen Schuhfabrik Josef Seibel zur Verfügung. Man war sich grundsätzlich dabei  einig, dass das Deutsche Schuhmaschinenmuseum, das einmal sehr wahrscheinlich auch die weltgrößte Sammlung alter Maschinen beherbergen wird, nicht jeden Tag geöffnet sein wird. Man war sich aber auch darüber einig, dass die Installation der zumeist auch nostalgischen Maschinen nicht nur als reine tote Sammlung exponiert werden soll, sondern will  das Konzept, für das man sich auch längerfristig Zeit lassen will, so gestalten, dass möglichst alle Maschinen funktionstüchtig erhalten bleiben. An besonderen Aktionstagen oder Festen soll dann das Maschinenmuseum auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Mit dem Schuhmaschinenmuseum wird Hauenstein sich weiter zu einem echten Museumsgeheimtipp innerhalb Deutschlands entwickeln, nachdem auch der Autounternehmer Dieter Müller im alten Feuerwehrgerätehaus ein Oldi-Museum einrichten wird.

Die Geschichte der Hauensteiner Maschinensammlung ist so alt wie die Vision der kommunalpolitisch verantwortlichen, die in der Mitte der 80er Jahre angefangen haben, mit der Einrichtung eines großen lebendigen Museums die Schuhvergangenheit der klassischen Schuhregion Pirmasens/Hauenstein  in neuen Formen für die Zukunft  tauglich zu machen. Man  sammelte  bereits zu Beginn der ersten Vorplanungen für ein solches Vorhaben in ganz Schuhdeutschland alte Maschinen und legte so den Grundstein für die heutige nach hunderten zählenden Maschinen. Die Protagonisten dieser Sammlerepoche der 80er Jahre waren insbesondere Karl Leidner (73), Gerhard Winter (74), Wolfgang Glaser  und nicht zuletzt auch der heute 90jährige Sammler und Techniker Theo Glaser, die auch aufgrund ihrer Erfahrung ein besonderes Gespür für  einen solchen Nostalgie-Maschinenpark hatten. Nach Öffnung der DDR im Jahre 1989/90 hat man sogar  mit der ostdeutschen Metropole Weißenfels Kontakte aufgenommen, und so sind auch zahlreiche Maschinen aus den ostdeutschen Schuhfabriken schon damals nach Hauenstein gekommen. Selbstverständlich waren die meisten Maschinen aus dem regionalen Pirmasenser Umfeld gesammelt worden, wo  auch die bekannten Pirmasenser Schuhmaschinenhersteller die Vormachtstellung  der deutschen Schuhmaschinenindustrie begründeten.  In den beiden Firmen Sandt und Schön – um nur zwei der wichtigsten Betriebe zu nennen - hatte sich  ein Höchstmaß an hervorragender Ingenieurskunst, entwickelt, die dieser Region heute noch zur Ehre gereicht. Die Hauensteiner Sammlung wurde aber intensiv und kontinuierlich bis auf den heutigen Tag erweitert mit Schuhmaschinen aus Deutschland (Moenus, DVSG usw) . Auch heute noch erhält das Deutsche Schuhmuseum noch regelmäßig Angebote, um aus aufgelöstem Fabrikinventar die Sammlung immer weiter zu vergrößern. Und das wichtigste dabei ist: Alle Maschinen, die im Besitz der Stiftung sind, konnten kostenlos erworben werden.

Eine weitere erwähnenswerte  Episode im Verlauf der Sammlungsperiode der letzten 35 Jahre  besteht nicht zuletzt darin, dass die Hauensteiner bereits Jahre vor der Eröffnung des Schuhmuseums im Jahre 1996 das alte Maschinengut nicht nur in die Sammelecke stellten, sondern die Maschinenexponate von Grund auf restaurierten und renovierten. Dazu hatte man  jahrelang  unter Leitung des verstorbenen Maschinenmechanikers  Norbert Steiner in einer eigenen Reparaturwerkstätte im damals  gerade von der Gemeinde  erworbenen Hengen-Komplex im Jahre 1990 unterhalten. Das macht sich auch heute noch für das an traditionsreicher Stätte einzurichtende neue Maschinenmuseum positiv  bemerkbar. In der nächsten Sitzung des Stiftungsrates wird die Museumsleitung das neue langfristige, aber ebenso nachhaltige Museumsprojekt vorstellen (ys) 





Das historische Ambiente in der alten Schuhfabrik von C.A.Seibel (Josef Seibel) in der Weißenburger Straße ist wie geschaffen  die zukünftige  Heimstätte des neuen Maschinemuseums in Hauenstein  






Eine der historischen Maschinen, eine sogenannte Spindelstanze wird  sicherlich auch in der neuen Maschinensammlung funktionsfähig zu sehen sein.  Die Spindelstanze war bereits in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts in Pirmasens entwickelt worden. Links Heimatkundler  Eugen Klein.






Fotos: Willy Schächter

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