Nostalgie Bus


Mit dem Nostalgiebus von Rödersheim  zu den Nostalgieschuhen nach Hauenstein

Eine  kleine Busgeschichte: Erinnerung an  den historischen „Sportexpress“

Rechts Museumsführer und Altbürgermeister Hugo Leidner.

 

Das heiße Wochenende bescherte dem gut klimatisierten  Deutschen Schuhmuseum  ein heißes Vehikel der deutschen Busgeschichte. Und obwohl  an diesem Tag auch rund 30 Oldtimers einer anderen Reisegruppe  am Museum Halt machten, war „Der Kurpfälzer“ mit seinen 29 Insassen aus Rödersheim-Gronau der Star. Viele Einheimische und Besucher staunten nicht schlecht, als der  Nostalgiebus, der  den Sporthistorienfilm  „Das Wunder von Bern“  vor Millionen bekannt machte, mit zeitlos elegantem Schwung auf den Museumsvorplatz einrollte. „ Wir fühlen uns zurückversetzt in die Zeit der Weltmeisterschaft 1954 und der Komfort  und das Wohlbefinden auf teuren Ledersesseln  lassen uns die Fahrt nach Hauenstein zu einem echten Erlebnis werden“, sagte der 73 jährige Emil Eschelbach, der die Nostalgiefahrt organisiert hatte. Mit seinen Kollegen und Sportfreunden der Rödersheimer „Jedermänner“ ging es mit dem 1954 gebauten Bus mit den stromlinienförmigen Styling ins Schuh- und Sportmusem. Auf den Bus vom Weltmeisterschaftsjahr sei er aufmerksam geworden, als er hörte, das der heute in Mannheim zugelasssene Bus auch zu kleinen Ausfahrten in die Vergangenheit angemietet werden kann. „Ein Goldtreffer“, meinte Jedermann-Kumpel Herbert bei,  „ wir sahen auf den Straßen uns zuwinkende  Menschen, als wenn wir selbst  die Herbergers und Fritz Walters von 1954  wären“.

Dass die „Jedermänner“ aus  Rödersheim eine Bombenstimmung  in dem ersten Mercedes-Bus der Nachkriegszeit ohne Motorschnauze gekommen waren, versetzt auch heute noch die Busfans der beginnenden Wirtschaftswunderzeit  in Staunen, und die meisten Knirpse der damaligen Zeit wünschten nichts sehnlicher als in einem solchen „modernen“ Bus einmal selbst zu fahren. „Den meisten von uns wurden jetzt erst fast sechzig Jahre dieser Kindheitswunsch erfüllt“,  meinte Organisator Emil Eschelbach nach der Fachsimpelei rund um den Bus der fünfziger Jahre.

Als sich dann noch herausstellte, dass der erste vom Band laufende Bus des Merzedes-Werkes Mannheim überhaupt - der legendäre „O 3500“ - lange das unangefochtene Aushängeschild des Hauensteiner  Busunternehmens Adam Becker  war, ist allen älteren Hauensteinern  noch in guter Erinnerung, und die „Jedermänner“ aus der Vorderpfalz staunten nicht schlecht, dass der „Sportexpress“ – so hieß der Hauensteiner Traumbus dieser Jahre - Ende der vierziger Jahre just der erste Bus der Firmengeschichte in Mannheim war, der in den Folgejahrzehnten die Erfolgsgeschichte  der Mercedes Busse weltweit begründete.

„Der Sportexpress von Adam Becker schrieb bei Mercedes Autogeschichte und ich bin darüber als heutiger Inhaber in der dritten Beckergeneration noch ein wenig stolz“ meinte auch der 57 jährige Winfried Becker im Gespräch mit der Rheinpfalz, „der Sportexpress ist später in ein Mercedes-Museum gelangt und hat heute einen kaum schätzbaren hohen ideellen Wert. Fotos des Busses, dessen Nachfolger in den fünfziger Jahren der am Museum aufgekreuzte „Kurpfälzer“ von 1954  war, gibt es leider in der Firmenchronik nicht mehr. Winfried Becker ist jedoch noch im Besitz einer Mercedes-Firmenabbildung dieser Zeit,  die den Hauensteiner „Sportexpress“  mit dem Firmeneintrag Adam Becker zeigt.  Ausgestattet ist der Sportexpress jedoch noch mit  dem mächtigen Motorblock im Frontbereich, bei dem der Kühler  jedoch schon windschnittig die rasante Entwicklung  zum  „Wunder-von-Bern-Bus“ zeigt.

Der Sport-Express von Adam Becker war damals jeden Tag  unterwegs: Werktags transportierte  der Nachkriegsstar die Pendler zu den Schuhfabriken in Hauenstein, sonntags fuhr die erst Fußballmannschaft  mit dem modernen Bus zu den Spielorten der Pfalz, wo er immer mächtig bestaunt wurde. Selbstverständlich kommen die Vereinsausflüge dazu – sie führten damals nach Rüdesheim oder Heidelberg – und manches Ehepaar ließ sich in den fünfziger Jahren auch mitsamt der Hochzeitsgesellschaft in die Kirche fahren.

Das RHEINPFALZ - Gespräch mit Firmeninhaber Winfried Becker  brachte aber auch ans Licht, dass der  Gründer der Firma, sein aus Hochstadt stammender Großvater und ehemalige Gemüsehändler Adam Becker auch deshalb nach Hauenstein umsiedelte, weil  in den 30er Jahren in Hauenstein die Schuhindustrie boomte. Kein Wunder auch, dass „de  Adam“ seine Geschäfte nach Hauenstein verlegte, wo in der Hauensteiner Hauptstraße  nicht nur  die Ehefrau („d’Elis“) ein gut gehendes Obst- und Gemüsegeschäft gründete, sondern wo Ehemann Adam im Jahre 1934 sich auch das erste Busfahrergestell kaufte. Vorher wurde auch die Personenbeförderung auf  Lastwagen abgewickelt, auf deren  Ladefläche Holzbänke befestigt waren  (in den Nachkriegsjahren mit  Holzvergaser angetrieben).

Wie wichtig für den Firmengründer und seine Söhne die Hauensteiner  Schuhindustrie war, zeigt sich übrigens auch darin, dass  Adam Becker in den zwanziger und dreißiger Jahren  auch Postfahrer von Landau nach Hauenstein war. Der vor 50 Jahren gestorbene Adam Becker  hatte bei diesen Fahrten  noch ein weiteres Postgeheimnis: Das viele Geld, das Hauenstein verließ, lockte auch so manchen Posträuber. Doch Adam Becker ließ  etwaigen Missetätern keine Chance: Die  gesicherte  Stahl -Geldkassette mit täglich vielen Tausend Mark  ließ er unauffindbar unter dem Chassis einbauen…..

 

Busnostalgie vorm Hauensteiner Schuhmuseum: Die Rödersheimer „Jedermänner“ kamen mit dem Filmmodellbus  „Das Wunder von Bern“ in das Schuhdorf.


Aus eine Mercedes –Broschüres Ende der vierziger Jahre: Der allererste Nachkriegsbus von Mercedes, der als „Sportexpress“ nach Hauenstein kam

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