Sonderausstellung ab 30.November 2014

„Mein Spielzeug aus der Kriegs- und Nachkriegszeit“

 


Das Deutsche Schuhmuseum zeigt ab 30. November (erster Adventsonntag) eine überaus sehenswerte Sonderausstellung, die weit über die Schuhkultur hinausgeht und sich der sozialgeschichtlichen Museumsaufgabe widmet: Wie lebten Menschen und Familien in besonders prägenden Zeitabschnitten zusammen, wie trotzten sie dem Mangel von Kriegs- und Nachkriegszeiten, wie versuchten Väter und Mütter in Zeiten ,als es eigentlich in erster Linie um das blanke Überleben ging, trotzdem den Kindern mit kleinen Aufmerksamkeiten große Freude zu machen. Die Idee kam aus der Mitte der Bevölkerung und aus der Mitte der Bevölkerung aus der gesamten Pfalz kamen dann auch hunderte von Spielsachen „aus einer anderen Zeit“, die vielen Menschen doch noch so nahe ist. Kinderherzen brauchen nicht viel, die Spielwelt der Kinder in Kriegs- und Nachkriegszeiten war so einfach, wie sie erfindungsreich war: Die alte Puppe aus Lumpen und Auto aus Holz ließen inmitten von Not und Mangel Kinderaugen vielleicht mehr leuchten als in unserer fantasielosen Überflusswelt.

„Mein größtes Glück an Weihnachten 1944 war der Kurzurlaub meines Vaters“, sagte die heute 79 jährige Frau aus Annweiler, die schon vor einigen Jahren dem Museum neben Kleinkinderschuhen auch eine schöne kleine Puppe übergeben hatte. Diese Puppe, die der Vater aus Frankreich mitgebracht hatte, habe sie so glücklich gemacht, dass sie heute noch an diese für sie wunderschöne Kriegsweihnacht mit den Glücksgefühlen eines damals neunjährigen Mädchens emotional erinnert werde.

Wir wissen heute auch, wie Eltern und Großeltern fast alle Spielsachen selbst angefertigt oder gerade in den „Fuggerzeiten“ nach dem Krieg mit der „Zigarettenwährung“ Spielsachen für die Kinder eingetauscht haben. In der Schuhregion um Pirmasens und Hauenstein wurde damals sogar für ein Paar Schuhe oder Sohlen auf dem Schwarzmarkt auch schon einmal eine Schildkrötpuppe mit Puppenküche oder eine Dampfmaschine eingetauscht . Aber bis in die ersten Nachkriegsjahre entstanden die schönsten Geschenke durch Selbermachen durch die Eltern oder den handwerklich begabten Großvater, der schon einmal den „Schockelgaul“ anno 1947 selbst kreierte . Diese Spielsachen haben in der Tat auch heute noch eine sozialgeschichtliche Zeitzeugenfunktion mit unbezahlbarem ideellen Wert, wie etwa der mit Holzwolle ausgestopfte Teddy oder das „abgeliebte“ Stofftier, das die Großmutter in den Nachkriegsjahren anfertigte und so bleibende Freude auslöste, die heute bei den älteren Menschen noch mit Händen zu greifen ist.

Nach der Währung kamen die ersten „Märklin“ auf, im Mädchenspielzimmer kam jetzt jedes Jahr etwas neues zum nostalgischen Kaufladen oder zur niedlichen Puppenküche dazu, die Spielwarenindustrie fing an zu boomen und schuf wunderbare Beispiele der ersten Wirtschaftswunderjahre. Diese Jahre der Kriegs- und Nachkriegszeit waren geprägt von der Liebe und Anhänglichkeit zu all diesen Sachen, die die damaligen Kinderherzen so begeistert haben, dass sie auch dann nicht weggeworfen wurden, als alles „viel schöner“ aber auch emotionsloser und beliebiger wurde. Von dieser Faszination lebt diese einzigartige Ausstellung, die nicht zuletzt ihren ganz besonderen Reiz auch dadurch erhält, weil die nach hunderten zählenden Exponate nicht aus großen Galerien und Museen , sondern von „ehemaligen“ Kindern aus vielen pfälzischen Gemeinden stammen, eine authentische Austellung, eine Ausstellung mit Emotion und Erinnerung, die auch nach vielen Jahrzehnten auch Dankbarkeit und kindliches Glück und Zufriedenheit vermitteln kann.

INFOS:

Täglich geöffnet, der Besuch der Ausstellung ist frei.


Kids on Tour Kinderrallye


Dana I. zur "Deutschen Schuhkönigin" gekrönt


Geschenkidee: Hochwertiger Geschenkgutschein


Unsere Facebook-Seite
Öffnungszeiten


Preise, Preisnachlässe und Kontaktinformationen finden Sie unter Info.  

Mediathek

In unserem "Digitalen Museum" finden Sie interessante Filme, eindrucksvolle Bildergalerien sowie einen virtuellen Rundgang durch das Museum!


Wetter
Anfahrt
Externe Links