Vor 70 Jahren




1945 Fußballschuhe „zusammengeknäppelt“


Oswald Deny: 
Sein Großvater erfand den Kneipp und das Zuschneidbrett, er selbst den Schuh-Rillen-Fräser

 


Er hat die 90 überschritten, aber Oswald Deny hat sich auch im Alter einen wachen Geist bewahrt, er zählt zu den wenigen Zeitgenossen, die man noch zur Schuh- Sport- und Sozialgeschichte des letzten Jahrhunderts in der Schuhgemeinde fragen kann. Man bekommt vom „Oss“ nicht nur Geschichte vermittelt, sondern Geschichten, die das Leben so lebensecht und bodenständig machen. Zum Beispiel diese Episode in schwerer Zeit: „Ich hatte mich nach dem Krieg bis nach Landau durchgeschlagen, mein Vater bekam Kunde und holte mich bei Nacht und Nebel mit dem Fahrrad ab, wenige Tage danach spielten wir Fußball, gegen Clausen“. Die dazu notwendigen Fußballschuhe wurden einen Tag vor dem Spiel beim „Fääde Hannes“ (Johann Feith) zusammen gezimmert und nach der Flucht ging es noch nicht mal nach einer Woche auf den geliebten Fußballplatz“. Oswald Deny war einer der besten Fußballer, die Hauenstein je sah, und in den Nachkriegsjahren war er zusammen mit seinem Bruder Alfred eine der Stützen der sagenhaften Nachkriegself, die allerdings bisweilen auch „Schmach und Häme von Dahn“ erdulden musste, die bei einer0:6 Niederlage bei einem entscheidenden Spiel auch heute nach vielen Jahrzehnten im Gedächtnis der alten Hauensteiner haftet. „1948 spielten wir sogar gegen VFR Mannheim am Neding. Wir verloren zwar 5:2 nach großem Spiel, aber die Mannheimer wurden ein Jahr später mit Jöckel und de la Vigne Deutscher Fußballmeister“.

Da ist aber neben dem begnadeten Fußballer der für damalige Zeiten brillante Leichtathlet, und während die meisten Altersgenossen in einer Art Sportschuhe um Zeiten und Weiten kämpften, hatte „de Deny Oswald“ schon ausgereifte Spikes, die sich heute noch sehen lassen können. Sein Vater habe ihn immer unterstützt, aber dass gerade die Söhne des aktiven „Turners“ August Deny gerade beim Sportclub anheuerten, war sicherlich auch manchmal Anlass zu häuslichen Tischgesprächen. „De Vadder war aber immer auch tolerant und ließ uns gewähren“.


Eine andere große Leidenschaft war zeitlebens das Fotografieren: „Ich hatte anfänglich nur eine „Box“, nach wenigen Monaten aber auch schon bald ein eigenes „Labor“, wo ich entwickelte und vergrößerte“. Fotografieren sei bis heute eine weitere Leidenschaft gewesen und in vielen Fotosammlungen gibt wertvolle Fotos von den 30 er Jahren bis jetzt, die aus dem Fundus von Oswald Deny stammten. Als die Bilder laufen lernten, war Oswald Deny einer der ersten, die Filme zusammenstellten für den aufkeimenden Fremdenverkehr. Auch hier war er ein Pionier.

Die Deny’s waren bodenständig und ließen sich auch nichts vom Hitlerregime infizieren, dafür sorgte auch schon „de Prälat“ (Sommer), der das Ganze zusammenhielt, so Oswald Deny. „Ich erinnere mich daran, dass bei einem SA-Aufmarsch an der Brückenwaage (Marktplatz) der Pfarrer alle Kinder zu einer Andacht in die Kirche zusammenrief, dass sie von diesem ganzen Zauber nichts mitbekamen“. Aus dieser Zeit erzählt Oswald Deny aber auch noch eine andere Geschichte: Weil die Mutter einem Dahner Juden ab und an zu essen und trinken gab, sei eines Morgens an ihrem Haus zu lesen gewesen: “ Hier verkehren Juden“. Auch das gab es.

Dem musischen Genre war der junggebliebene 90jährige auch sieben Jahrzehnte beim Männergesangverein Hauenstein verbunden: „Singen war ein Teil meines Lebens nach schwerer Tagesabeit in der Fabrik, wo er nach der Schulentlassung beim „Fääde Hannes“ das Lebens mit den Schuhen begann. Sein Großvater mütterlicherseits war Josef Koch gewesen, der aus dem Ruhrpott kam und in Schwanheim die Schuhfabrik mit aufbaute, bevor er nach Hauenstein übersiedelte. „Auf meinen Großvater bin ich ganz besonders stolz, weil er das Zuschneidbrett und den Kneip hier einführte“. 25 Jahre blieb Oswald Deny in der Schuhfabrik, der Liebe und der Heirat wegen – seine Frau Hannah ist vor wenigen Jahren nach langer schwerer Krankheit gestorben- wechselte der Jubilar in die Firma Ritter, die eine der wichtigsten Zulieferbetrieben für die Schuhindustrie war. „Da bin ich heute noch stolz, dass ich da sogar eine Erfindung machte, einen Rillenfräser, der das Arbeiten sehr erleichterte und den dann die Firma Sandt produzierte.


Foto: Als man nach dem Krieg die Fußballschuhe noch selbst „zusammenknäppelte“ (Fußballschuhe von Oswald Deny)

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