Interview mit der Kuratorin der Ausstellung, Ruth Wehning

Museumsleiter Willy Schächter unterhielt sich mit der aus dem Münsterland stammenden jungen Museumswissenschaftlerin Ruth Wehning, die in Hauenstein ein sehr interessantes Familienthema museal inszeniert hat.

 

Frau Wehning, eine wesentliche Vorgabe der Hauensteiner Museumsverantwortlichen war, das ewig junge Thema Legende „Knopf im Ohr“ als faszinierendes Erlebnis-Forum für die ganze Familie umzusetzen. Welche Lösungen konnten Sie für diese zentrale Zielsetzung umsetzen?

Das Thema Steiff-Figuren spricht auf vielen Ebenen Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Der kleinste gemeinsame Nenner zwischen diesen Generationen ist die Steiff-Figur selbst. Viele haben in ihrer Kindheit, wann immer diese eben gewesen sein mag, eine Steiff-Figur bekommen. Häufig war sie ein ständiger Begleiter, das Lieblingskuscheltier, das auch noch Jahre später irgendwo im Schrank schlummert, weil man sich nicht davon trennen mag.

Die Ausstellung knüpft an diese emotionale Bindung an und verbindet damit die Generationen. Spielerisch und informativ zeigt die Ausstellung auf 150 Quadratmeter die Welt der Steiff-Figuren und lädt zu einer Entdeckungsreise ein.

Spielt dabei auch die Welt der Schuhe und ihre Abbildung in der Spielwelt eine Rolle?

Steiff hat schon die ersten Steiff-Tiere und Steiff-Puppen mit ausgeklügelten und hochwertigen Extras ausgestattet. Darunter waren selbstverständlich auch Schuhe, die aus Leder und natürlich nach dem Zeitgeschmack angefertigt wurden. In der umfangreichen Schuh-Sammlung des Museums konnten wir einige interessante Anknüpfungspunkte zwischen den Steiff-Schuhen und den Schuhen knüpfen, die tatsächlich für den Menschen produziert und getragen wurden.

Margarete Steiff revolutionierte zum Ende des 19. Jahrhunderts die Ausstattung in den Kinderzimmern. Worin liegt die historische Leistung dieser großen Frau?

Margarete Steiff erkrankte im Alter von 2 Jahren an Kinderlähmung. Sie saß zeitlebens im Rollstuhl und konnte eigentlich nur ihren linken Arm richtig bewegen. Trotz dieser starken Beeinträchtigung hatte sie einen ungeheuren Lebensmut und ließ sich nicht unterkriegen. Sie ging zur Schule, absolvierte eine Ausbildung zur Näherin. Fast zufälligen entdeckte sie eine Marktlücke: weich gestopftes Spielzeug, das es bis zu diesem Zeitpunkt nicht gab und heute aus dem Kinderzimmer nicht mehr wegzudenken ist.

Zu den kostbaren Steiff-Originalen kommen auch rund 30 überlebensgroße Steiff-Figuren eines der bekanntesten deutschen Steiffsammlers Hans-Jörg Lodziewski aus dem südwestpfälzischen Herschberg, den die Museumsleitung für diese Familienausstellung gewinnen konnte. Wie koordinieren Sie diese überlebensgroßen Knopf-im Ohr-Originale in Ihr Konzept?

Die außerordentlich wertvollen Sammel-Objekte von Herrn Lodziewski sind fantastisch. Sie wurden in Handarbeit hergestellt und sind einzigartig. Wir inszenieren diese Figuren in großen Dioramen. Soviel wird verraten. Es wird drei verschiedenen Themenwelten geben: einen Bauernhof, eine Eiswelt und einen Wald.

Stichwort Interaktion und Mitmachmuseum: Wie bringen Sie die Familien vom Kleinkind bis zum Opa zum aktiven Mitmachen?

In der Ausstellung wird es viel zum Anfassen und Entdecken geben. Natürlich sind die Exponate nicht zum Anfassen – auch wenn es noch so verführerisch ist. Der Besucher wird einen Einblick bekommen in die Familiengeschichte, in den Herstellungsprozess der Steiff-Figuren und in die Welt der Steiff-Tiere. Die einzigartigen Exponate, die Inszenierungen, die Medienstationen und die Mitmachstationen machen die Ausstellung zu einem Erlebnis für Jung und Alt.

 

Zur Person:
Die Kuratorin der Jubiläumsausstellung Ruth Wehning ist 31 alt. Sie kommt aus Südlohn, Nordrhein-Westfalen. Nach einer Ausbildung zur Produktgestalterin /-Textil, absolvierte sie ihr Studium in den Fächern Kunst, Germanistik, Geschichte und Museumswissenschaften an den Universitäten in Oldenburg, Greifswald und Düsseldorf. Seit 2014 ist sie für das Historische Museum der Pfalz in Speyer tätig.


Die junge Kuratorin Ruth Wehning mit zwei der wertvollsten Steiff-Figuren – rechts der legendäre „Teddybär“ von 1904, links die historische Filz- Puppe „Johann“ von 1914 . beim Aufbau der Jubiläums-Familienaufsstellung vor dem sechs Meter langen Historienbild der Margarete Steiff.

 

Auch ganz große und faszinierende Steiff-Figuren sind echte Hingucker – hier der knapp zwei Meter hohe Original-Steiff-Eisbär aus der sehr wertvollen Sammlung von Hans-Jörg Lodziewski. aus Herschberg

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