Frauenforum

 

Ein gelungenes Modell:
Eine  temporäre Ausstellung wird fester Bestandteil des Museumsinhalts.


"Zwischen Steppmaschin und Wickeltisch" - eine Hommage an viele Frauengenerationen.

"Mein Vater sagte: "Du bist eine dumme Kuh". erinnert sich die 1931 geborene ehemalige Schuhstepperin aus Petersberg beim Frauenforum-Interview, und weil diese etwas derbe väterliche Zurechtweisung an der großen Bildtafel auch grafisch sofort ins Auge fällt, will der Betrachter noch mehr wissen im neueingerichteten "Frauenraum" im Deutschen Schuhmuseum in Hauenstein, der jetzt  als neuer Teil der Ausstellung  "Zwischen Steppmaschin und Wickeltisch"  als Dauerausstellung eröffnet worden ist. Aufmerksam geworden, was der Vater seiner Tochter  ausgangs der vierziger Jahre mit dieser typisch bäuerlich-pfälzischen Schelte vorwarf, erfährt der Besucher, dass die Tochter sich in der "Fawrik" sich  mehr zurückhalten sollte mit ihrer Kritik und sie solle sich nicht immer "mit de Mäschder" (Meistern) anlegen. Eine wesentlich anders geartete Szene im neuen Ausstellungs- und Erlebnisraum kommt von Zeitzeugen aus Pirmasens, der in den fünfziger Jahren folgende Beobachtung gemacht hat: "Wenn eine Frau aus der Stepperei ein Kind erwartet hat, dann haben alle zusammen geholfen und gearbeitet für diese Frau. Die Akkordarbeiterinnen haben dann gesagt, schreiben Sie mir 100 Paar Schuhe auf, und die restlichen 20 Paar schreiben Sie Frau X auf. Eine andere hat dann gesagt, schreiben Sie 80 Paar auf und den Rest der Frau X".

Das Frauenforum Pirmasens  - und vor allem auch das Deutsche Schuhmuseum - dürfen stolz sein auf dieses einzigartige Gemeinschaftsprojekt, das ursprünglich den Lebensalltag von Frauen in der Schuhindustrie im Landkreis Südwestpfalz authentisch beschreiben wollte und jetzt als Dauerausstellung zum integrativen Bestandteil der Museumsdidaktik im Deutschen Schuhmuseum geworden ist. Susanne Morsch, die als Gleichstellungsbeauftragte bei der Kreisverwaltung das Projekt koordinierte, zeigte sich sehr erfreut, als jetzt der größte Teil der temporären Ausstellung "Zwischen Steppmaschin und Wickeltisch", die im letzten Jahr im Museum gezeigt wurde, jetzt in neuer Form so  nahtlos in die didaktische Museumszeitreise eingebaut worden ist, dass die inhaltliche und zeitliche Konzeption eine harmonische Verbindung mit den Inhalts- und  Themenstrukturen eingeht. "Wir Frauen vom Frauenforum, die aus fast allen Gemeinden des Kreises kommen,  können heute mit Genugtuung feststellen, dass das Projekt in dieser Form eine ideale und bleibende Integration gefunden hat". Museumsleiter Willi Schächter gab die Blumen gerne zurück und betonte, dass die zeithistorische und sozialgeschichtliche Aufarbeitung des Lebensalltags der Frauen im letzten Jahrhundert eine überaus wertvolle museale Erweiterung und Substanzergänzung darstellt". Die von der Sonderausstellung zur Dauerausstellung umgearbeitete Thematik, treffe auch die das Herz, was dieses Museum wolle, nämlich die großartige Lebensleitung von Mädchen, Frauen und Müttern, die neben den Pflichten in Haus und Feld noch schwere  Fabrik- oder Heimarbeit verrichteten.  Die über zwei Jahre sich erstreckenden Original- Interviews mit 26 Frauen, die ihre Erlebnis in der "Fawrik" auf Band sprachen sind Zeitzeugen von hohem Erlebnis- und Erinnerungswert.
Es wird wohl in der deutschen Museumslandschaft einmalig sein, dass eine geplante Sonderausstellung in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Schuhmuseum schon in seiner Entstehungskonzeption 2003 bis 2005 so geplant wurde, dass eine spätere inhaltliche und formale Integration in das Museumsganze ermöglicht wurde. Wie Susanne Morsch zurückblickend feststellte, war dies nicht immer leicht, "aber das Ergebnis hat sich mehr als gelohnt".  Das blieb auch  höheren Stellen nicht verborgen und das Projekt wurde als eine besonders wertvolle  Gemeinschaftsaufgabe von der Europäischen Union im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative LEADER PLUS bezuschusst. Von Šhnlichen Projekten in ganz Deutschland ist  dieses Modell  als besonders förderungswürdig eingestuft worden und wurde nochmals in den letzten von der ADD Trier auf Herz und Nieren geprüft.

Erfreulich für eine museale Integration war letztlich auch der Umstand, dass zu den übrigen Thementafeln und Ausstellungsvitrinen in allen Stockwerken  ein eigener weiterer heller Exponatenraum in einer Zwischenetage zur Verfügung gestellt werden konnte, der von Christoph Seibel gestaltet wurde und in dieser Form eine Bereicherung für das ganze Museum ist. Was das integrierte Frauenthema angeht, konnte in diesem Raum auch eine kleine Videoecke eingerichtet werden, in der man in Ruhe in Wort und filmischem Bild die Zeitzeuginnen selbst hören und erleben kann. Hier zeigt sich u.a. Frau Gertrud Gaudig aus Pirmasens trotz ihres sehr hohen Alters als eine ausgezeichnete Erzählerin und hervorragende Kennerin der sozialen Einflechtung der Frau in die Geschichte der Schuhindustrie, die ohne die Mitarbeit der Frauen nicht möglich gewesen wäre (W.Sch.)

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