Frauenträume

 

„Wenn es die Scherenschnitte nicht gäbe wäre ich vielleicht Köchin oder Schneiderin oder ganz bestimmt Kalligraphin geworden“, so Helga Borngässer-Geyl aus Hofstetten im Kinzigtal bei der Vorstellung ihrer Scherenschnittkunst-Ausstellung im Hauensteiner Schuhmuseum „Frauenträume“.

Im Focus dieses Titels entstanden wunderbare zerbrechliche und filigrane Kleinode, wohl verpackt in geschmackvoll gestalteten Vitrinen und Kunstrahmen. Das Thema Schuhe dominiert die Ausstellung und suggeriert jene Stimmungen und Gefühle, die besonders bei Frauen die Leichtigkeit und Beschwingtheit schöner ästhetischer Schuhe mit der Zartheit und Fragilität der federleichten Scherschnittkunst verschmelzen lassen. „Klein und kostbar wirken die einzelnen Elemente, gleichzeitig aber auch so klar und realistisch“, meinte eine Besucherin aus Offenburg „und man kann kaum glauben, dass die filigranen Arbeiten mit einer Schere gestaltet sind“.

Die von „Lautenpeter“ Werner Mannsmann umrahmte Vernissage hatte - und dies fanden alle Besucher besonders belebend – eine ganz andere, aber umso lebendigere Note, weil die Künstlerin nach der Einführung durch Museumsleiter Willy Schächter, das interessierte Publikum selbst in den Ablauf der Ausstellungseröffnung mit einbezog. Die Schwarzwälder Künstlerin, die zu den besten ihrer Kunst in Deutschland zählt, plauderte locker aus dem Nähkästchen und animierte damit zu einem erfrischenden Dialog zwischen Künstlerin und Besuchern. „Wie kann man einen so kleinen und federleichten Schuh dreidimensional schweben lassen“, „Wie viel Zeit brauchen Sie für solche vollkommene kleine zerbrechliche Gebilde? usw. Erstaunt waren alle, die sich von der Kunst Borngässers gefangen nehmen ließen, über das zeitraubende Geduldsspiel dieses Kunstgenres: „Meine Kunst steht der Schnelligkeit heutiger Kunstprozesse diametral entgegen“. Die Kunst der Geduld, der hohen Konzentration und der unbedingten Vollkommenheit sei auch ein Spiel mit der Zeit. „Manchmal brauche ich für fünf Zentimeter Arbeit am entstehenden Projekt auch mal eine ganze Stunde“, meinte die Künstlerin. Anstatt Beschleunigung sei bei diesem Kunstgenre „Entschleunigung“ angesagt, „ein Grund mehr, warum sich heute nur ganz wenige Künstler mit dieser Kunst beschäftigen wollen“.

Bei der Würdigung ihrer hohen Kunst mit Schere und Skalpell hat Laudator Willy Schächter auch den Bogen gespannt zu der artverwandten kreativen Arbeit des Schuhdesigners, der in vielerlei Hinsicht ähnlich konzentriert und ästhetisch arbeite wie der Scherschnittkünstler. „Auch die höchst anspruchsvolle Arbeit des Schuhdesigners erinnert an die Scherschnittkunst, denn auch der Modelleur ringt mit dem künstlerischen Blick für das Wesentliche mit ähnlichen sensiblen Werkzeugen um den Prototyp „Schuhe“.

Der Begriff „Silhouette“, der mit dem Scherenschnitt eng verwandt ist, erfuhr übrigens bei der Vernissage seine historische und etymologische Aufklärung: Der Begriff hat nämlich einen ganz lustigen Ursprung und geht auf den Finanzminister Ludwigs IV, Etienne de Silhouette, zurück. Silhouette war ein erklärter Liebhaber der Schattenrisse und machte sich durch sein rigoroses Vorgehen gegen die Verschwendungssucht des Adels verhasst. Man nannte daraufhin die in Mode gekommenen Scherenschnitte, die weitaus günstiger herzustellen waren als die sonst üblichen Miniaturporträts in Anspielung auf den sparsüchtigen Minister „Silhouetten“….

Die Ausstellung im Foyer des Deutschen Schuhmuseums „Frauenträume2 ist bis 17. September täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

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