Stefan Cölsch: Inszenierung Schuhe

 

Rund 50 faszinierende Schuhkreationen im Bereich des experimentellen Schuhdesigns zeigt der Pirmasenser Stephan Cölsch (Jahrgang 1966) ab Sonntag, 25.Januar 2009 im Hauensteiner Schuhmuseum. „Visionen eines Schuhmodelleurs“ heißen die teilweise futuristischen Exponate, die die gesamte Bandbreite des kreativen Experimentierens mit Modellen und Leder im Zusammenspiel mit Fotografien und Formen umfassen. Seine Modelle, handgemacht, handbemalt, exzentrisch, bisweilen frech und teilweise recht avantgardistisch verraten den seit seiner Kindheit mit dem Schuh aufgewachsenen versierten Modelleur, der neben der Funktionalität eleganter Schuhe sich seit mehr als 10 Jahren auch auf dem mehr künstlerischen Design-Sektor erfolgreich betätigt.

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, einige seiner bemerkenswerten Kreationen haben den Pirmasenser Stephan Cölsch sogar vor einem Millionenpublikum bekannt gemacht. Als vor neun Jahren das neue Jahrtausend eingeläutet wurde, war beispielsweise der „Millenniumschuh“ aus Pirmasens einer der Stars der 24-Stundensendung von RTL und wurde jede Stunde in der Millennium-Sendung als Zeitzeuge des zur Neige gehenden 20. Jahrhunderts besonders ins rechte Licht gerückt: Speziell für diese Sendung zum Jahrtausendwechsel angefertigt, zeigt der Millenniumstiefel die großen Ereignisse des letzten Jahrhunderts auf der beeindruckenden Lederfläche: Angefangen von der Mondlandung über historische Persönlichkeiten wie Mutter Theresa bis hin zu weltpolitischen Ereignissen ist der Millenniumstiefel das ganz besonders ins Auge fallende Exponat der Hauensteiner Ausstellung, bei der Cölsch erstmals alle seine Kreativ-Modelle präsentiert. Der berühmt gewordene Stiefel und viele anderere Exponate von Stephan Cölsch sind nach einer auf dem Leder- und Design-Sektor einzigartigen Technik und Verfahren gefertigt: Bilder und Fotos werden auf Leder übertragen, und um das Bild entsprechend zu verarbeiten, muss bei der Aufnahme bereits auf die gewünschte Bild- Positionierung auf dem Schaft berücksichtigt werden. „Die Möglichkeiten des individuellen Gestaltens sind dabei nahezu unbegrenzt“, erklärt Cölsch, der sich nach soliden Lern- und Studienjahren auch grundlegende Kenntnisse in Gerbereien in Vicenza und bei bekanten Schuhdesignern in Stra bei Venedig erworben hat.

Da ist aber auch eine Gruppe von „blinkenden Schuhe“, dessen flackernde Lichtpunkte ein bewegtes farbiges Stimmungsbild vermitteln. Cölsch experimentierte dabei mit „Schuhformen in Symbiose mit Leuchtdioden, die über eine im Absatz integrierte Platine gesteuert werden“. Für jeden Schuh wurden dabei 2,50 Meter Kabel verarbeitet. Ein Schalter in der Absatzfront ermöglicht das Ein- und Ausschalten. „Mike Krüger trug in seiner Sendung „Punkt,Punkt, Punkt exklusiv angefertigte „blinkende Schuhe“ aus Stephan Cölsch’s visionären Repertoire.

Da ist natürlich auch noch der „Bams-Schuh“, jener in der ganzen Sportwelt bekannt gewordenen Phantasie-Schuh, der 1990 im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft von Stephan Cölsch in über 100 Arbeitsgängen entwickelt wurde und damals auf Seite eins der „Bild am Sonntagen“ für Aufsehen sorgte und den jungen Pirmasenser weithin bekannt machte. „Ich verwendete dabei empfindliches Zeitungspapier, eine Technik, die in Verbindung mit Leder sehr kompliziert ist“ erinnert sich Cölsch an dieses Unikat aus seinen Schuhvisionen.

Ausgestellt im „Rondell“ des Hauensteiner Museums sind auch handbemalte Seidenschuhe, wobei „die Seide zunächst auf einen Holzrahmen gespannt und bemalt wurde, anschließend wird das fertige Bild in einem aufwändigen Verfahren zum Schuh verarbeitet“, doziert Stephan Cölsch über eine andere faszinierende Technik aus seinem Schaffen.

Daneben sind Schuhe mit Malerei auf Leinen zu sehen, extravagante Lederpumps aus royalfarbenem Wildleder: Auf die Schuhe wurden mit wasserfester Goldfarbe verschiedene Ornamente aufgetragen. Auch die „Airbrush-Schuhe“ haben ein besonderes Flair. Bei diesen Schuhen werden verschiedene Motive mit Schablonen auf weißes Leder gesprüht. Nach der Trocknung werden die Bilder mit einer Flüssigkeit fixiert und zum Kunst-Schuh verarbeitet.

Visionen eines Schuhmodelleurs: Stephan Cölsch zeigt in Hauenstein Schuhe einmal ganz anders, er geht über traditionelle Grenzen , bleibt aber immer noch in der gängigen Wahrnehmungsweise, dass Schuhe neben ihrer sachlichen Funktionalität auch ein fast grenzenloses künstlerisches Experimentierfeld bieten können. Stefan Cölsch lebt und liebt diese Welt. Und gerade deshalb ist der Pirmasenser Modelleur, dem der Umgang mit Schuhen schon in die Wiege gelegt wurde, auch über das rein funktional wirtschaftliche Grundelement der Schuhentwicklung auch in diese ganz anderen kreative Sphären der Schuhwelt vorgestoßen

Info: Die Ausstellung ist bis Ende März geöffnet.

Öffnungszeiten bis 28. Februar: 13 bis 16 Uhr

Ab 1. März: täglich von 10 bis 17 Uhr

Foto: Der Pirmasenser Modelleur und Schuhkünstler Stephan Cölsch stellt im Hauensteiner Schuhmuseum experimentelles Schuhdesign aus. Auf unserem Foto Cölsch mit seinem spektakulären „Millenniumschuh

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