Vernissage Svenja Ritter

Bericht Vernissage Svenja Ritter: „Der verwandelte Schuh“
 
Willy Schächter 29.9.2014

Die vier jungen Musiker  der Hauensteiner Gruppe „Quatrophonia“ trugen an diesem schönen Herbstsonntagmorgen zum besonderen Ambiente und zum Gelingen einer kleinen, aber dennoch bemerkenswerten Ausstellungseröffnung „Der verwandelte Schuh“ der  badischen Künstlerin Svenja Ritter  ihren guten Teil bei. Der  ideelle Ansatz und  die künstlerische Intention  der Ausstellung von Svenja Ritter wie die meisten der künstlerischen Ausstellungen im Schuhmuseum  um die seit Jahrtausenden faszinierende Welt  der Schuhe, ein mystisch-magisches Thema  von unzähligen Künstlern der Kunst- und Kulturgeschichte. Von den ersten Kunstobjekten der vorhistorischen Höhlenzeichnungen über Homer bis Caligula bis hin   zu den klassischen Darstellungen weltberühmter Künstler aller Epochen habe die künstlerische Auseinandersetzung  um den Schuh  einen äußerst hohen Stellenwert, sagte Museumsleiter Schächter bei seiner Einführung. „Ich denke da auch ganz spontan an große Kunstwerke großer Maler, und da kommt mir immer wieder sofort auch „ Le Modele Rouge“ von René Magritte in den Sinn oder Vincent van Goghs „Ein Paar Schuhe“. Ich denke aber auch sofort an den großen zeitgenössischen Weltstar Andy Warhol, dessen erster öffentlicher Auftrag seines noch jungen Schaffens ganz einfach hieß: ´Malen Sie einen Schuh, in dem eine schöne Prinzessin glücklich sein kann`“, sagte der Laudator. Schuhe seien Zeichen, Symbole Metaphern, die in der Bildenden Kunst für etwas ganz anderes stehen als nur für  schiere Funktionalität. Sie seien soziale und ästhetisch-erotische  Chiffren und beschreiben eine dichte Komplexität von zahllosen Dimensionen menschlicher Gefühle und Sehnsüchte. 
 
Svenja Ritter  sieht sich – wie sie selbst sagt – auch  in dieser Tradition:  „Im Märchen Aschenputtel sagt sie, „wird der der eine verbliebene Schuh der Auserwählten angezogen, um sie zu identifizieren. Jedoch ist es ein Schuh aus Glas, geschaffen von einer Fee und die Trägerin wird erhöht und  auf einen Sockel gestellt“.

Bei Svenja Ritter wird das Statussymbol Schuh künstlerisch  verwandelt. „Der verwandelte Schuh“  ist  bei ihr das künstlerische Produkt, das in einer Metamorphose in seiner Veränderung vom bloßen Funktionsmittel zum Kunstobjekt  eine eigene Wirklichkeit als Kunstwerk gewinnt.

Man könnte in ihren Exponaten auch eine Metapher, ein Zeichen für die heutige Zeit sehen – wie sie selbst sagt. „In der realen Welt erlebt man mehr und mehr  einen unausgesprochenen Zwang zur andauernden Selbstoptimierung, um das  gewünschte  und geforderte Schönheitsideal zu erfüllen“ interpretiert die Künstlerin ihr kreatives Schaffen. Die Arbeiten von Svenja Ritter demonstrieren in der Tat jene Grenze zwischen Normalität und Fremdartigkeit, die das menschliche Dasein prägt.

Bei ihren  Objekten  in der Reihe „Der verwandelte Schuh“ finden wir  häufig Perlen die mit Nadeln befestigt werden, deren Spitzen sich ins Innere der  verwandelten Schuhe erstrecken..  Auch bei ihren Plastiken bleibe es dem Betrachter selbst überlassen, so Svenja Ritter, kristalline Formen, Körperwelten und Schuhe  zu deuten als  Spiegelbilder all dieser vielfältigen  Facetten in der künstlerischen Auseinandersetzung in dem ewig jungen Thema Schuh, dem die Menschen aller Zeiten größte Aufmerksamkeit entgegenbringen, weil Schuhe immer auch  die ewig gleiche Sehnsucht nach Glück, Geborgenheit und Schönheit zum Ausdruck bringen. 


Info: Die Ausstellung „Der verwandelte Schuh“ ist bis 16. November täglich von 10 bis 17 Uhr im Hauensteiner Museum zu sehen.


Foto: Svenja Ritter (Waghäusel) bei der Vernissage ihrer Ausstellung „Der verwandelte Schuh“ im Deutschen Schuhmuseum

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