Matinée und Saisoneröffnung

Rund 60 großformatige aufwendig aufgearbeitete Bilder, genauer historische Fotografien mit großem Erinnerungswert aus der „gelebten Zeit“ von 130 Jahren eröffnen die Museumssaison 2017: Beispiele: Die stolze Stanzergilde der legendären Jubo-Schuhfabrik aus dem Jahre 1963, die Denkmaleinweihung 1923, das legendäre Fußballspiel der Roten Jäger gegen den SCH/TVH oder die Einweihung der heute noch repräsentativen Marienschule in den 50er Jahren. Bleiben wir beim letztgenannten historischen Foto: Die freudig gestimmten zahlreichen Schulkinder auf dem Bild – sie waren damals zwölf, dreizehn oder vierzehn Jahre alt – holen sich heute jenseits der 70Lenze beim Betrachten der Großfotos ihre eigene Kindheit zurück oder sie erinnern sich auf Fabrikfotos an ihre Väter und Mütter in der „Fawwerik“. Nur einige Beispiele eines sehr gelungenen „Guckkästchens“ in die Zeit, wie sie war und wie sie sich entwickelt hat.

 
Nach einem sehr erfolgreichen Museumsjahr 2016 eröffnet das Deutsche Schuhmuseum Hauenstein am kommenden Sonntag, um 11 Uhr im Rahmen einer festlichen Vernissage die neue Saison 2017, nachdem im vergangenen Jubiläumsjahr fast 30 000 Besucher das Hauensteiner Museumsflaggschiff besucht hatten. Die neue Ausstellung „Im Lauf der Zeit – Arbeit Alltag Lebensbilder“ ist bis August 2017 täglich von 9,30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

Der Heidelberger Fotograf Michael Utz hat Fotografien aus der Geschichte des größten deutschen Schuhdorfes den Titel SICHTBARE ZEIT gegeben. Treffender kann man Fotografie kaum charakterisieren. Sie führt uns vor Augen, was gewesen ist - und für einen Augenblick, das was ist. Freilich bleibt alles, was Fotografie zeigen kann, ein Bild. Bilder beleben Erinnerung. Bilder lösen Gefühle aus, Bilder zeigen uns, wie wir und unsere Mitmenschen ausgesehen haben. IM LAUF DER ZEIT ist eine Ausstellung über das Leben in Hauenstein. Freilich nur in einem begrenzten Ausschnitt.

Michael Utz, Jahrgang 1949 und in seiner aktiven Berufszeit erfolgreicher Autor, Regisseur und Produzent beim SWR, widmet sich seit vielen Jahren auch der Fotografie als Kunst“, „der Fotografie mit dem inneren Auge des Künstlers“. Das Leitmotiv „Handwerk, Schuhe, Maschinen“ hat der sympathische Heidelberger, der mit der Hauensteinerin Brigitte Seibel verheiratet ist und in Hauenstein auch immer wieder für längere Zeit weilt, bereits im Jahre 2014 im Deutschen Schuhmuseum im Rahmen einer sehr erfolgreichen Ausstellung „Handwerk, Schuhe Maschinen“ künstlerisch umsetzen können . „Michael Utz’s Fotografien stellen somit zum einen die Schnittstellen von historischer und sozio-kultureller Auseinandersetzung (…), zum anderen seine eigene emotionale Sichtweise und deren technische Umsetzung dar“ hieß es vor drei Jahren bei einer Würdigung seiner künstlerischen „Sichtweise“ der vielbeachteten Ausstellung. Damals ging es es jedoch mehr um eine ästhetische Provokation, die die „Vielschichtigkeit Mensch und Maschine“ mit dem inneren Auge verdichten sollte.

Die Utz-Aussstellung, die am kommenden Sonntag im Foyer des Museums mit ansprechender musikalischer Begleitung der Hauensteiner Gruppe „Quattrophonia“ eröffnet wird, greift auf bereits vorhandene Fotografien zurück. Sie wurden vom Kurator Michael Utz aus dem mehrere tausend Archivfotos zählenden Fotoarchiv des Deutschen Schuhmuseums nach exemplarischen Sichtweisen ausgewählt. Der Kurator konnte dabei auf die außerordentlich engagierte und seit vielen Jahrzehnten währende Sammeltätigkeit des Hauensteiner Volkskundlers Eugen Klein in enger Zusammenarbeit mit der Museumsleitung zurückgreifen. Er will in dieser Fotoretrospektive nicht zuletzt den Fokus auf das Leben und Wirken von Generationen von Menschen richten, die seit 200 Jahren in dieser Region von der Schuhindustrie geprägt wurden, anderseits aber auch insbesondere das soziale Umfeld und das Eingebundensein in die engen Bindungen der Sozialgemeinschaft „Dorf im Umbruch“ und die zeitlos beständigen dörflichen Traditionen aufzeigen.

Das älteste Foto stammt um das Jahr 1890 und markiert den Beginn der industrialisierten Arbeitswelt in der Gemeinde. Der Bogen spannt sich bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Es sind Bilder vom Alltag, von kirchlichen und weltlichen Festen und natürlich von der Arbeitswelt in den Schuhfabriken. Viele der Besucherinnen und Besucher werden Verwandte und Freunde, Arbeitskollegen und auch sich selbst wiedererkennen. „Die Vergegenwärtigung der Vergangenheit“ wie es Dr. Karl-Heinz Rothenberger (Landau) formulierte, wird so erlebbar. Vielleicht geschieht das beim Betrachten der Bilder. Erstmals in der Geschichte der Hauensteiner Ausstellungs-Tradition im Museum wird an Stelle eines Einführungsvortrages ein spanenden Gespräch zwischen Michael Utz und dem weit über die Universität Landau hinaus bekannten Historiker und Buchautor Dr. Rothenburger den eigentlichen Mittelpunkt der sonntäglichen Matinée darstellen.


Historische Fotos mit hohem Erinnerungswert für die damals jungen Menschen: Z.B. Die Einweihung der Marienschule in den fünfziger Jahren ist ein solches Historisches Foto aus der „erlebten Zeit“

 

Die legendäre Stanzerei der Premiummarke „Jubo“ aus dem Jahre 1963: Wer kennt noch die Protagonisten von damals, von denen schon viele nicht mehr unter uns sind? Eines von vielen Fotos, die Alte und Junge einladen, die Vergangenheit lebendig werden zu lassen

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Dana I. zur "Deutschen Schuhkönigin" gekrönt


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