Seppl Herbergers Miniaturfußballschuhe

 
Wie Seppl Herbergers Miniaturfußballschuhe nach über 50 Jahren ins Deutsche Schuhmuseum kamen
 
 
Die Winzlinge sind „echte Jaköbscher“, kleine mit viel Liebe und originalgetreu in Handarbeit nachgebaute  Miniatur –Fußballschuhe. Es sind in der immer umfangreicher werdenden Prominenten-Schuhsammlung wohl die kleinsten, aber zählen wegen ihrer besonderen zutiefst „menschelnden“ Geschichte sicherlich auch zu den größten Prominentenexponaten, just auch nach mehr als einem halben Jahrhundert nach dem größten deutschen Fußballtriumph 1954 in der Schweiz.
 
Sepp Herberger, der legendäre „Chef“ der  Weltmeisterelf von 1954, ist Ausgangspunkt dieser „Kurpälzer G’schicht“ und zeigt einmal mehr den dankbaren Menschen Sepp Herberger, dessen Sympathiewerte auch nach einem halben Jahrhundert Legende sind. Die Miniatur-Fußballschuhe mit vielen Originalunterschriften von Herberger bis Fritz Walter wurden jetzt dem Deutschen Schuhmuseum von der Kolpingfamilie Hauenstein überreicht, die am Ende dieser langen Geschichte steht:
 
Seppl Herberger hatte  kurz vor der Weltmeisterschaft 1954 Probleme mit den Augen, die eine Operation nicht mehr aufschieben ließen. Der Nationaltrainer von der Bergstraße wandte sich auf Empfehlung  an den damaligem Chefarzt der Ludwigshafener Augenklinik, Professor Dr. Thiel, der dem  Weltmeister auch wieder den klaren „Durchblick“ für den Triumph in Bern wiedergeben konnte. Sepp Herberger war dem bekannten Professor persönlich sehr dankbar und  schenkte dem Fußballfreund Professor Thiel  als kleinen Dank die Jaköbscher mit seiner Originalunterschrift,  und von Fritz und Otmar Walter, Rahn, Schäfer, Kohlmeyer, Eckel, Liebrich, Morlock, Turek, Gawlicek, Kwiatkowski, Juskowiak und Herkenrath, soweit die berühmten Signaturen noch zu entziffern sind.
 
Professor Thiel   hütete die beiden berühmten „Jaköbscher“ wie einen Schatz, bis er nach vielen Jahren die Herberger- Miniaturen für einen sozialen Zweck versteigerte. So kamen sie in Besitz des Oggersheimer Kolpingmitglieds  Herbert Krahn und blieben auch in dessen Besitz. Herbert Krahn  wussste natürlich als guter Pfälzer, dass in Hauenstein das Deutsche Schuhmuseum auch eine reputierte Sammlung von Prominentenschuhen aufbaute, zumal der Kolpingsohn seit 1992 regelmäßig in den Luftkurort zum Urlaub kommt
Jetzt wäre auch die kleine pfälzische Geschichte eigentlich zu Ende erzählt, wenn nicht der Zufall wie so oft noch eine weitere kleinen Beitrag geleistet hätte: Der aus Schaidt stammende und in Hauenstein  im Ruhestand lebende  Pfarrer und Kolpingsohn Hermann Kuntz war nämlich just  als junger Priester auch einige Jahre Kaplan in Oggersheim und hat vor Jahrzehnten den frommen Professor Thiel häufig in der Werktagsmesse angetroffen. „Und wenn gerade kein Messdiener da war, hat von mir hochgeachtete Professor bei mir als kleinem Kaplan oft gedient. Dass ich nach Jahrzehnten den auf diese Weise den Herberger-Schuhen von Professor Thiel nochmals in Hauenstein begegne, ist wirklich eine „Pälzer G’schicht“, sagte der pensionierte Pfarrer, als die Miniaturschuhe dem Deutschen Schuhmuseum  im Auftrag  von  Herbert Krahn übergeben wurden.
 
PS. „Jaköbscher“ sind in der  populären Schuhsprache von einem  versierten Schuhmacher kunstvoll nachgefertigte Miniaturschuhe, die wegen der handwerklichen Anforderung auch immer wieder den Meister – vielleicht hieß einer davon Jakob – verraten. Möglicherweise  sind „Jaköbscher“ auch ein Diminuitiv für kleine Kinderschuhe des ersten Kindesalters und weil viele Buben den Namen Jakob trugen, nannte man sie vielleicht auch aus diesem Grund

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